• Markus Mauthe

Seh ich den Wald, mein Herz wird schwer...

Was muss noch passieren, bis was passiert?


Wir alle fahren daran vorbei. Jeden Tag. Wir sehen es und sind doch seltsam unberührt.

Nun habe ich mal genauer hingeschaut, habe das Offensichtliche in meinen Fokus gerückt.

Wenn man sich zwingt, Gefühle zuzulassen, wird es schmerzhaft.


Ich habe meine Drohne über Spitzen deutscher Forstwälder gleiten lassen. Beruflich war ich oft in Wäldern unterwegs und habe schon vieles gesehen. Aber über das, was derzeit geschieht, bin ich zutiefst erschrocken. Die Fichte stirbt. Millionenfach.


Die Klimakatastrophe ist in vollem Gang, und das Absterben der Monokulturen ist deutlich zu sehen. Trotzdem redet kaum jemand darüber. Keine Schlagzeilen, keine öffentliche Diskurse, keine Demonstrationen. Das Holz ist momentan praktisch unverkäuflich, die Preise sind tief im Keller. Daher verlieren Hunderttausende Waldbesitzer in Rekordzeit ihren Besitz, ihre Altersvorsorge und ihre Rücklagen.


Der dritte Trockensommer in Folge lässt die Borkenkäfer frohlocken. Der Käfer vermehrt sich in Massen, weil den Wirten durch die Dürre ihre Abwehrmechanismen abhanden kommen. Die gestressten Bäume haben keine Chance. Die Borkenkäfer sitzen unter der Rinde und graben Gänge. Sie durchtrennen damit die Nährstoffwege von der Wurzel hoch in die Baumkrone. Die Bekämpfung der Käfers ist schwer, denn wenn sie sich in einem Baum ausbreiten, sieht dieser von außen noch recht intakt aus. Steht dann das kahle Skelett im Wald, ist der Übeltäter längst weiter gezogen.


Es ist ja nicht so, dass dies alles aus heiterem Himmel geschieht. Als ich in den Nullerjahren über Wälder referierte, haben wir "Ökospinner" vor genau diesem Szenario gewarnt. Vor diesem und unzähligen anderen Problemen mit der Umwelt, die inzwischen schwerer zu leugnen sind, weil sie jeder sehen kann.


Wie naturnaher Waldumbau funktioniert, ist lange bekannt. Wir müssen aufhören in der Natur nur einen Dienstleister zu sehen, aus dem wir möglichst viel herauspressen. In dieser sich schnell wandelnden Welt, in der es immer trockener und wärmer wird, haben Monokulturen keine Chance. Je artenreicher die Wälder von Morgen wachsen, desto robuster werden sie sein. Nehmen wir wieder die Wildnis als Vorbild und nicht das BWL-Buch, dann kann das klappen.


Zeit für Wandel. Jetzt. Schnell. Überall.



Was ist dein Buntgedanke? Lass es uns wissen!

© 2020 buntdenker | datenschutz | impressum | Kontakt